Features

Sonntag 08:04 Uhr WDR5

Tiefenblick

Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau (4/5) Opfer minderer Bedeutung Von Margot Overath Ein Asylbewerber aus Afrika verbrennt 2005 im Polizeigewahrsam. Der an Händen und Füßen Gefesselte habe sich selbst angezündet, behaupten die Beamte. 15 Jahre lang scheitert die Justiz trotz mehrfacher Anläufe daran, den Fall aufzuklären - und macht ihn damit zum Politikum. Warum musste Oury Jalloh sterben? Welche Rolle spielten zwei weitere "ungeklärte Todesfälle" in und um die gleiche Polizeiwache? Scheiterte die Aufklärung an dilettantischen Ermittlungen, an Richtern, die sich Polizeibeamte als Täter einfach nicht vorstellen können, oder war es Ergebnis systematischer Vertuschung? Über ein Jahrzehnt hat die Autorin den Fall verfolgt, Akten studiert, mit Zeugen, Polizisten, Staatsanwälten, Brandexperten, Rechtsmedizinern und Kriminologen gesprochen und dabei ein beklemmendes Bild gewonnen. Die Recherchen führen in eine Gemengelage, wie es sie zum Zeitpunkt der Tat nicht nur in Sachsen-Anhalt gab: Brutale Polizeitraditionen aus Vopo Zeiten gepaart mit offenem Alltagsrassismus und gewaltbereitem Rechtsradikalismus - verharmlost von Spitzen der Verwaltung und Politik. Manches davon wurde inzwischen zu einem bundesweiten Problem. Die fünfteilige Feature-Serie dokumentiert die mühsame Suche nach der Wahrheit - über den Tod von Oury Jalloh und zwei weiterer Dessauer Bürger. Er zeigt auch, warum Opfer von Polizeigewalt häufig wenig Chancen haben, und wie Korpsgeist und falsch verstandene Loyalitäten in Strafverfolgungsbehörden zur Gefahr für den Rechtsstaat werden können. Die Autorin erzählt, wie aus einem Polizei- ein Justizskandal wurde, der mittlerweile die politische Ebene erreicht hat. Noch gibt es hierzulande Hoffnung auf späte Aufklärung. Sonst könnte sich bald der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Frage befassen, ob es in Deutschland eine zivilisatorische Lücke gibt, wenn es um "Opfer minderer Bedeutung" geht. Aufnahme des WDR 2020 Wiederholung: 22.30 Uhr

Sonntag 11:04 Uhr WDR5

Dok 5 - Das Feature

Macht die Städte grün Konzepte für die Stadtbegrünung Von Heike Sicconi Eine begrünte Garage, ein Parkhaus mit Fassadenbepflanzung, ökologischer Wohnungsbau - mehr Grün in der Stadt ist mehr als nur schön. Es ist eine Investition in die Zukunft. Der Klimawandel macht unsere Städte heißer, Starkregen überfordert städtisches Abwassermanagement. Das ist teuer und ungesund: Neurologen gehen sogar von einem Zusammenhang zwischen fehlendem Grün und der Volkskrankheit Depression aus. Gleichzeitig ist der Drang in die Städte ungebrochen. Weltweit, in Europa und auch in den Städten in NRW. Vielerorts werden neue Wege erprobt, wird auch investiert. Wie die Gratwanderung zwischen Verdichtung und grüner Infrastruktur gelingen könnte, darüber wird u.a. in einem Forschungsprojekt iResilience in Dortmund und Köln nachgedacht. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen wollen gemeinsam neue Lösungen, Technologien und Förderprogramme erarbeiten. Aufnahme des WDR 2020 Wiederholung: 23.04 Uhr

Sonntag 11:05 Uhr NDR Info

Das Feature

Eine Geschichte vom Rummelplatz Von Jenny Marrenbach RBB/NDR/DLR 2014 "Breakdance" - das ist ein Koloss unter den Kirmeskarussellen, 50 Tonnen schwer, zusammengeschraubt aus 1001 Teilen. Hinten die Skyline von Manhattan. Fünf Stufen bis zu der schweren Platte, die sich dreht. Die während der Fahrt die tiefen Töne der Geschwindigkeit spielt. Schreie, Schwindel, die Hände in den Sitz gekrallt oder jubelnd in die Höhe gereckt. Im "Breakdance" bekommt man ein Gefühl für Größe, berauschend, schwindelerregend, man trotzt der Gravitation, man lässt sich fallen. Jenny Marrenbach hat die Geschichten der Protagonisten eingefangen: die Chefin, die ihren Mann vor zwei Jahren verloren hat und weitermacht. Der Schausteller, der sich nie wieder auf dem Rummelplatz verlieben wollte, und dann passiert es eben doch. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. Halbstündlich Nachrichten Erstsendung um 11:05 Uhr auf NDR Info, Wiederholung um 15:05 Uhr auf NDR Info und NDR Info Spezial Das Feature

Sonntag 14:04 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Auf der Flucht vor Allah Ex-Muslime in der europäischen Gesellschaft Von Daniel Guthmann und Marcus Latton Regie: Daniel Guthmann Produktion: SWR/SR 2017

Sonntag 14:05 Uhr SWR2

SWR2 Feature am Sonntag

Dr. C"s Conversationslexikon (8) Eine ökonomische Radiofeature-Reihe Teil 8: D wie Digitalisierung Von Armin Chodzinski D wie Digitalisierung: Gott da - Gott weg. 1 und 0. So sah das der Universalgelehrte Gottfried W. Leibniz, als er im 17. Jahrhundert die mechanische Rechenmaschine erfand und das digitale Zeitalter für Frühaufsteher einläutete. 400 Jahre später haben wir Big Data und KI. Aber Digitalisierung klingt immer noch wie Zukunft. Und diese Zukunft ist wahlweise das Himmelreich oder die tiefste Hölle. Gott da - Gott weg. Dabei sein ist alles, aber: Abgehängt und ausgeliefert münden alle Ängste in bockige Irrationalität. (Teil 9, N wie Nachhaltigkeit, Sonntag, 14. Juni, 14.05 Uhr)

Sonntag 15:04 Uhr WDR3

WDR 3 Kulturfeature

Beethoven - Aus der Entfernung nur bum bum Von Stefan Zednik Aufnahme des WDR 2020 Wie selbstverständlich bewundern Generationen von Musikliebhabern Beethoven und seine Kunst. Kaum jemand wagt die Qualität seiner Musik in Frage zu stellen. Doch es gibt sie, die Kritiker: oft polemisch und ungerecht - manchmal mit scharfen Argumenten. Als Beethoven im März 1827 starb, war er vor allem in Wien bereits eine Berühmtheit. Bei seiner Beerdigung kursierten Huldigungsgedichte und seine schrullige Persönlichkeit, sein Leben als Gehörloser, seine Musik als Ausdruck des Genialen wurden verklärt. Doch bei aller Bewunderung - schon zu Lebzeiten gab es auch Kritiker, Neider, "Unverständige", die in mitunter drastischen Worten vor allem sein kompositorisches Schaffen ablehnten. "Ich gestehe frei, daß ich den letzten Arbeiten Beethovens nie habe Geschmack abgewinnen können." So formuliert Beethovens komponierender Zeitgenosse und Organisator von Musikfesten, Louis Spohr seine mangelnde Wertschätzung. Fast 100 Jahre später sieht das sein Kollege Maurice Ravel ähnlich: "...das Finale der 9. Symphonie, könnte ebenso gut in einer liebenswürdigen Sammlung der Königin Hortense figurieren, wäre nicht die gute Absicht des Textes da." Der Dichter Bertold Brecht konnte, wie Hanns Eisler berichtet, "überhaupt nichts anfangen mit Beethoven". Unverständnis und gefühlsmäßige Abneigung entstehen mitunter auch aus Überdruss an allzu viel abgöttischer Beethoven-Verehrung. Vor diesem Hintergrund hat der Komponist und Dirigent Mauricio Kagel vorgeschlagen, Beethoven eine Zeitlang gar nicht zu spielen, damit die Gehörnerven Gelegenheit hätten sich wieder zu erholen. Eine besondere Rolle in dieser Phalanx der Kritiker spielt einer der wichtigsten Musikinterpreten des 20. Jahrhundert, der Pianist Glenn Gould. Sein Beethoven-Bild war ambivalent, und bei aller Bewunderung hatte er keine Scheu, seine gelegentliche Geringschätzung bestimmter Werke klar zu artikulieren. In der "Appassionata", einer der populärsten Klavierkompositionen Beethovens, sieht er "eine egoistische Aufgeblasenheit". Dennoch hat Gould die Werke Beethovens eingespielt, nicht selten, um gerade diese Geringschätzung auch musikalisch zum Ausdruck zu bringen.

Sonntag 15:05 Uhr NDR Info

Das Feature

Eine Geschichte vom Rummelplatz Von Jenny Marrenbach RBB/NDR/DLR 2014 "Breakdance" - das ist ein Koloss unter den Kirmeskarussellen, 50 Tonnen schwer, zusammengeschraubt aus 1001 Teilen. Hinten die Skyline von Manhattan. Fünf Stufen bis zu der schweren Platte, die sich dreht. Die während der Fahrt die tiefen Töne der Geschwindigkeit spielt. Schreie, Schwindel, die Hände in den Sitz gekrallt oder jubelnd in die Höhe gereckt. Im "Breakdance" bekommt man ein Gefühl für Größe, berauschend, schwindelerregend, man trotzt der Gravitation, man lässt sich fallen. Jenny Marrenbach hat die Geschichten der Protagonisten eingefangen: die Chefin, die ihren Mann vor zwei Jahren verloren hat und weitermacht. Der Schausteller, der sich nie wieder auf dem Rummelplatz verlieben wollte, und dann passiert es eben doch. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. Halbstündlich Nachrichten Erstsendung um 11:05 Uhr auf NDR Info, Wiederholung um 15:05 Uhr auf NDR Info und NDR Info Spezial Das Feature

Sonntag 18:04 Uhr HR2

Feature

Blaue Stunden | Auf den Spuren des Schriftstellers Hans Frick | Hanne Kulessa Hans Frick wurde vor 90 Jahren, am 3. August 1930, in Frankfurt am Main geboren. Es gibt wohl keinen anderen Frankfurter Schriftsteller, der diese Stadt so hart porträtiert hat wie der im Gallusviertel aufgewachsene "Juddebub".

Sonntag 20:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Die Stadt, der Sex, das Schreiben - Das Universum des Paul Nizon Feature von Burkhard Reinartz (DLF 2019) Elias Canetti war sein Trauzeuge, Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt zählten zu seinen Freunden. "Le Monde" nennt den 1929 in Bern geborenen und seit über vierzig Jahren in Paris lebenden Schriftsteller Paul Nizon "den zur Zeit größten Magier der deutschen Sprache". Immer geht es in Nizons Büchern um die Eigenwelt des manischen Schreibkünstlers, seine Jagd nach Glück, Erotik und Leidenschaft. Wie bilanziert Nizon heute sein Leben? Was bleibt, was hat sich für ihn im Alter gewandelt? Gibt es Veränderungen bei seinen großen Themen Einsamkeit und Sex? Was tun, wenn die "Gier nach Frauen" im Alter kein Gegenüber mehr findet? Gibt es weiterhin Augenblicke der "Liebe zur ganzen Existenz"? Wenn Nizon Schreiben und Leben zu Synonymen erklärt: Wie lebt es sich, wenn sich der Schreibstrom langsam ausdünnt? Burkhard Reinartz hat den Schriftsteller in Paris besucht und ist mit ihm durch sein Quartier gestreift.

Sonntag 21:05 Uhr Bayern 2

radioFeature

Wie die Eltern von Inhaftierten mitbestraft werden radioFeature von Ralf Bücheler und Frank Wierke BR/HR 2020 Wiederholung vom Samstag, 13.05 Uhr Ihr Kind fährt hunderte Male Schwarz. Es betrügt und erpresst. Es dealt oder stellt selber Drogen her. Es missbraucht oder schlägt zu. Die Eltern haben sich nichts zuschulden kommen lassen. Aber wenn das Kind ins Gefängnis kommt, werden sie trotzdem mitbestraft - oft ein Leben lang. Es gibt keine Gebrauchsanweisung dafür, was man tun soll, wenn das eigene Kind in Haft kommt. Wie fühlt es sich an, wenn die Polizei mit Maschinenpistolen das Eigenheim stürmt, um den Sohn zu verhaften? Wenn das halbe Dorf am Gartenzaun steht und zuschaut. Wie kommt man damit klar, dass das normale Leben in einen Strudel aus Gerichtsterminen und Knastbesuchen gerät? Wie findet man eine Antwort auf die Frage: Was habe ich falsch gemacht? Wie geht man mit den Schuldgefühlen um - und wie mit den Schulden? Denn oft geben Eltern von Inhaftierten viel Geld für Anwalts- und Prozesskosten aus. Einmal im Monat kommen beim "Treffpunkt e.V." in Nürnberg Menschen zusammen, die sich diese Fragen stellen - und die auch Antworten finden. Es ist die einzige Gesprächsgruppe für Eltern von Inhaftierten in ganz Deutschland. Hier können sie frei reden, ihre Ängste mit Anderen teilen und auch Scherze machen, die nur sie verstehen. Für ihr radioFeature durften Ralf Bücheler und Frank Wierke bei einigen dieser Sitzungen dabei sein. Sie berichten über ein Thema, das für viele immer noch ein Tabu ist, das aber mehr Menschen betrifft, als man denkt: Denn in Deutschland sind ungefähr 65.000 Menschen in Haft. Fast alle haben Eltern.

Sonntag 22:30 Uhr WDR5

Tiefenblick

Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau (4/5) Opfer minderer Bedeutung Von Margot Overath Ein Asylbewerber aus Afrika verbrennt 2005 im Polizeigewahrsam. Der an Händen und Füßen Gefesselte habe sich selbst angezündet, behaupten die Beamte. 15 Jahre lang scheitert die Justiz trotz mehrfacher Anläufe daran, den Fall aufzuklären - und macht ihn damit zum Politikum. Warum musste Oury Jalloh sterben? Welche Rolle spielten zwei weitere "ungeklärte Todesfälle" in und um die gleiche Polizeiwache? Scheiterte die Aufklärung an dilettantischen Ermittlungen, an Richtern, die sich Polizeibeamte als Täter einfach nicht vorstellen können, oder war es Ergebnis systematischer Vertuschung? Über ein Jahrzehnt hat die Autorin den Fall verfolgt, Akten studiert, mit Zeugen, Polizisten, Staatsanwälten, Brandexperten, Rechtsmedizinern und Kriminologen gesprochen und dabei ein beklemmendes Bild gewonnen. Die Recherchen führen in eine Gemengelage, wie es sie zum Zeitpunkt der Tat nicht nur in Sachsen-Anhalt gab: Brutale Polizeitraditionen aus Vopo Zeiten gepaart mit offenem Alltagsrassismus und gewaltbereitem Rechtsradikalismus - verharmlost von Spitzen der Verwaltung und Politik. Manches davon wurde inzwischen zu einem bundesweiten Problem. Die fünfteilige Feature-Serie dokumentiert die mühsame Suche nach der Wahrheit - über den Tod von Oury Jalloh und zwei weiterer Dessauer Bürger. Er zeigt auch, warum Opfer von Polizeigewalt häufig wenig Chancen haben, und wie Korpsgeist und falsch verstandene Loyalitäten in Strafverfolgungsbehörden zur Gefahr für den Rechtsstaat werden können. Die Autorin erzählt, wie aus einem Polizei- ein Justizskandal wurde, der mittlerweile die politische Ebene erreicht hat. Noch gibt es hierzulande Hoffnung auf späte Aufklärung. Sonst könnte sich bald der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit der Frage befassen, ob es in Deutschland eine zivilisatorische Lücke gibt, wenn es um "Opfer minderer Bedeutung" geht. Aufnahme des WDR 2020

Sonntag 23:04 Uhr WDR5

Dok 5 - Das Feature

Macht die Städte grün Konzepte für die Stadtbegrünung Von Heike Sicconi Eine begrünte Garage, ein Parkhaus mit Fassadenbepflanzung, ökologischer Wohnungsbau - mehr Grün in der Stadt ist mehr als nur schön. Es ist eine Investition in die Zukunft. Der Klimawandel macht unsere Städte heißer, Starkregen überfordert städtisches Abwassermanagement. Das ist teuer und ungesund: Neurologen gehen sogar von einem Zusammenhang zwischen fehlendem Grün und der Volkskrankheit Depression aus. Gleichzeitig ist der Drang in die Städte ungebrochen. Weltweit, in Europa und auch in den Städten in NRW. Vielerorts werden neue Wege erprobt, wird auch investiert. Wie die Gratwanderung zwischen Verdichtung und grüner Infrastruktur gelingen könnte, darüber wird u.a. in einem Forschungsprojekt iResilience in Dortmund und Köln nachgedacht. Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen wollen gemeinsam neue Lösungen, Technologien und Förderprogramme erarbeiten. Aufnahme des WDR 2020

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