Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:00 Uhr NDR kultur

Welt der Musik

Zuerst der Klang, danach die Form! - Der Pianist Jewgeny Kissin Eine Sendung von Hildburg Heider Er wurde als lockenköpfiger Wunderknabe bestaunt, machte als Halbwüchsiger Weltkarriere und ist heute einer der großen Pianisten der Gegenwart. Am 10. Oktober wurde er in Moskau geboren und wechselte später in den Westen. Seine Wohnorte: London, Paris, Prag. Er gastiert in aller Welt, von der Berliner Philharmonie bis zum Roten Platz in seiner Heimatstadt. Im schweizerischen Festspielort Verbier wirkt er nicht nur als Virtuose am Klavier, sondern auch als Rezitator von russischer und jiddischer Poesie. 18:00 - 18:04 Uhr Nachrichten, Wetter Welt der Musik

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Kriminalhörspiel

Die schwere Hand Nach dem Roman The man who wanted to know / Ha isch she raza lada"at Von Dror Mishani Übersetzung aus dem Hebräischen: Markus Lemke Komposition: Sabine Worthmann Bearbeitung und Regie: Andrea Getto Mit Martin Engler, Werner Wölbern, Gabriela Maria Schmeide, Benjamin Kramme, Gustav-Peter Wöhler, Jonas Minthe, Sonja Szylowicki, Anne Müller, Wolf-Dietrich Sprenger, Marina Galic NDR 2019 Tel Aviv. Die Ermordete wurde vor Jahren das Opfer einer Vergewaltigung. Der Sexualtäter wurde damals verurteilt, beteuerte aber beharrlich seine Unschuld. Besteht ein Zusammenhang zwischen beiden Delikten? fragt sich der Ermittler Avi Abraham. Parallel wird die Geschichte einer kleinen israelischen Familie erzählt: Während der Ehemann schon seit längerer Zeit arbeitslos ist, sorgt die Ehefrau Mali für den Unterhalt. Auch Mali wurde vor Jahren auf einer Dienstreise Opfer einer Vergewaltigung. Beide Geschichten laufen unaufhaltsam aufeinander zu. Mehr Informationen unter ndr.de/radiokunst. 19:00 - 19:03 Uhr Nachrichten, Wetter Kriminalhörspiel

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Heroin Von Leonhard Koppelmann Eine Droge und ihre Folgen Nach einer Idee von Sebastian Büttner Carl Duisberg: Bodo Primus Dr. Heinrich Dreser: Andreas Beck Felix Hoffmann: Patrick Joswig Arthur Eichengrün: Sebastian Graf Madeleine: Eva Verena Müller Friedrich Bayer jr.: Matthias Haase Paul Bremme: Ludger Burmann Minchen: Tatjana Clasing Emil: Patrick Mölleken Mariechen: Nina Mölleken Kaiser Wilhelm II: Andreas Grothgar Dr. Theobald Floret: Oliver Krietsch-Matzura Ernst von Harnack: Wolfgang Rüter Ferner wirken mit: Steve Hudson, Heinrich Baumgartner und Martin Bross Regie: der Autor Produktion: WDR 2013

Sonntag 19:34 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

Wiener Extremwandern im Studio 2 des Wiener Funkhauses Gitarrist Tobias Faulhammer, Organist Max Tschida und Schlagzeuger Jakob Kammerer sind in der Wiener Szene bereits in verschiedenen Bands kreativ verhaltensauffällig gewesen, letzterer etwa als Co-Leader des formidablen Sextetts Kammerer Orköster. Zu dritt firmieren sie unter dem eher nicht alltäglichen Bandnamen "Wiener Extremwandern", und das nicht ohne Grund: Zieht es Faulhammer, Tschida und Kammerer doch frühmorgens oft in die Berge - sofern man Sophienalpe oder Kahlenberg, nahe Wien gelegen, als solche bezeichnen kann. Neben viel frischer Luft tankt das Trio auf diesen Spaziergängen und den daraus resultierenden Begegnungen auch Inspiration für den kompositorischen Output. Naturerlebnis, gewitzt verarbeitet von Gitarre, Orgel und Schlagzeug - heute in der Radiosession. Gestaltung: Klaus Wienerroither

Sonntag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayerisches Feuilleton

Der wahnsinnig geniale Oskar Panizza Die Geschichte eines fast vergessenen Dichters Von Thomas Grasberger Wiederholung vom Samstag, 8.05 Uhr . Manche Leben liefern Stoff für mehrere Bücher - eines spannender als das andere, vollgepackt mit Dramen, Skandalen und Missbrauchsfällen. Oskar Panizzas Vita, die 1853 im unterfränkischen Staatsbad-Städtchen Kissingen beginnt, darf man getrost in diese Reihe stellen. Schon seine Kindheit wird zur Zerreißprobe. Nach dem frühen Tod des Vaters führt die geschäftstüchtige und frömmelnde Mutter ihr eisern-pietistisches Regiment. Pastor soll der Bub werden, doch er verweigert sich, macht nach einigen Umwegen Karriere als Arzt und Psychiater. Weil sich ihm auch beim Sezieren von Gehirnen die Geheimnisse der menschlichen Seele nicht erschließen, wird Panizza Schriftsteller, schließt sich der Münchner Moderne an und geht mit seinem Theaterstück "Das Liebeskonzil" auf Konfrontationskurs. Nichts scheint diesem hochintelligenten und belesenen Satiriker heilig zu sein. Er polemisiert gegen die katholische Kirche, später auch gegen den protestantischen Kaiser, den deutschen Obrigkeitsstaat und die eigene Psychiater-Zunft. Die Rechnungen dafür sind hoch: Zuchthaus, Flucht ins Ausland, Verfolgung und schließlich ein Exil im Wahn, bis zum Tod 1921. Die Skandalgeschichten um Oskar Panizza sind damit aber längst noch nicht vorüber. BR 2021

Sonntag 20:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Ich bin nicht das, was ihr mir gesagt habt, das ich bin Ein Porträt der un-fassbaren Sasha Marianna Salzmann Feature von Franziska Sophie Dorau Sasha Marianna Salzmann ist schwer zu fassen: Sie ist queer, ohne sich der Illusion hinzugeben, man könne die Geschlechter "abschaffen". Sie ist Jüdin und Atheistin. Sie wurde geboren in der Sowjetunion und schreibt auf Deutsch - einer Sprache, die sie im Jugendalter als Kontingentsflüchtling lernte und mit der sie, wie sie sagt, eine "Vernunftehe" einging - geprägt von höflichem, gegenseitigem Misstrauen, welches viel Raum zum Experimentieren eröffnet. Raum, um unverbrauchte Bilder in unerwartete Worte zu übersetzen. Schreiben, sagt sie, sei wie Zwiebeln schälen - man zieht die Schichten ab, eine nach der anderen, bis man irgendwann zu weinen anfängt und der Bildschirm vor den Augen verschwimmt. Sie mutet sich sich selbst zu. Dabei kann sie auf einer Seite abgrundtief traurig und auf der nächsten geistsprühend komisch sein. In ihren Theaterstücken und Romanen nimmt sie Anleihen an ihrer russisch/sowjetisch/migrantischen Familiengeschichte, ohne jedoch autobiographisch zu sein. Sie würde gerne mal eine flirrende lesbische Liebesgeschichten in Palermo erzählen, aber landet doch immer wieder in der zerfallenden Sowjetunion, um ihr "über die schlaffen Schenkel zu streicheln". Ihr neuer Roman trägt den Titel "Im Menschen muss alles herrlich sein" - ein Tschechow Zitat, das in russischen Ohren so garnicht freundlich klingt, da es jahrzehntelang als Auftakt für fiese Zurechtweisungen von Oben herab diente. In einer Zeit in der alle herrlich sein mussten, aber niemand es sein konnte, weil die Restriktionen das Individuum im Menschen erstickten.

Sonntag 21:05 Uhr SWR2

SWR2 Forum extra - LIVE

Deutschland hat gewählt Claus Heinrich diskutiert mit Thomas Hauser, bis 2019 Herausgeber der Badischen Zeitung, Freiburg Prof. Dr. Gerd Mielke, Studienhaus Wiesneck für Politische Bildung Prof. Dr. Claudia Ritzi, Politikwissenschaftlerin (Live aus dem Studio Freiburg) Selten war der Ausgang einer Bundestagswahl so offen. Welcher der Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten kann Angela Merkel nach 16 Jahren als Regierungschefin beerben? Wie haben Klimapolitik und der Umgang mit der Pandemie das Wahlergebnis beeinflusst? Wie viel Veränderung haben die Deutschen gewählt?

Sonntag 22:00 Uhr HR2

Hörspiel-Premiere | "Das große Heft" nach Ágota Kristóf Regisseur Erik Altorfer adaptiert den preisgekrönten Antikriegs-Roman

Zu Kriegszeiten werden zwei zehnjährige Brüder von ihrer Mutter zur Großmutter aufs Land gebracht. Armut und Brutalität ausgesetzt sind sie nun auf sich selbst gestellt.

Sonntag 23:00 Uhr rbb Kultur

LATE NIGHT JAZZ

Mit Wolf Kampmann Formel 577 Seit genau 20 Jahren gibt es im New Yorker Stadtteil Brooklyn das Label 577 Records. Anfangs gegründet, um der Musik des Multiinstrumentalisten Daniel Carter eine Plattform zu geben, gehörte es mehr als anderthalb Jahrzehnte zu den unzähligen Kleinstlabels der Impro-Szene auf dem Big Apple. Doch seit etwa zwei Jahren hat 577 sein Portfolio geöffnet und ist mit Veröffentlichungen im Wochentakt zu einer wegweisenden Drehscheibe von Free Jazz bis Soul sowie neuer bis elektronischer Musik geworden, die sowohl Altmeister wie Gerald Cleaver in neuem Licht zeigt als auch Newcomern wie Sana Nagano als Sprungbrett dient. bis 00:00 Uhr

Sonntag 23:05 Uhr BR-Klassik

Musik der Welt

Das Kaleidoskop mit den vier Saiten Ein Porträt von Misagh Joolaee Von Eckehard Pistrick Misagh Joolaee, Solist auf der persischen Spießgeige kemancheh, ist spätestens seit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2020 für sein Debütalbum "Ferne" als innovativer Klangtüftler auf seinem Instrument bekannt - mit ebenso großem Respekt vor europäischer Klassik wie vor dem klassisch-persischen "radif"-Repertoire. Inspiriert von der tiefgreifenden künstlerischen Zusammenarbeit etwa mit dem Baglama Virtuosen Levent Özdemir und angeregt durch Spieltechniken auf der Geige und der Flamencogitarre, findet er zu Soli, in denen er mit Raffinesse der Nostalgie, der Ekstase und der Wiederentdeckung der Langsamkeit nachspürt. Der Autor hat den Musiker in Berlin getroffen und mit ihm über das Revival seines Instruments gesprochen.

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